mit der Vespa durch den Nonsberg
Ein Gastbeitrag von Erwin
Manche Reisen beginnen nicht mit einer langen Strecke, sondern mit einem besonderen Geräusch. In diesem Fall war es das sanfte Knattern einer Vespa 125 VNB aus dem Jahr 1962, die in der Garage des Zum Hirschen auf ihre nächste Ausfahrt wartete.
Nach einer kurzen Einführung durch Mirko und ein paar vorsichtigen Proberunden vor dem Haus ging es los. Drei Gänge, Handschaltung und Fußbremse verlangen zunächst etwas Aufmerksamkeit. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich dieses unverwechselbare Vespa-Gefühl ein: leicht, entschleunigt und ein wenig wie aus einer anderen Zeit.
Vom Zum Hirschen führte mich die Fahrt über die kleinen Straßen des Nonsbergs. Vorbei an Wiesen, Wäldern und einzelnen Höfen ging es in Richtung St. Christoph. Das gleichmäßige Geräusch des Motors, die klare Bergluft und die vielen Grüntöne der Landschaft machten die Fahrt zu einem Erlebnis, bei dem nicht das Ankommen, sondern das Unterwegssein im Mittelpunkt stand.
Unterwegs begegneten mir neugierige Blicke, freundliche Grüße und immer wieder stille Aussichtspunkte, an denen es sich lohnte, kurz anzuhalten. Auf einer alten Vespa nimmt man die Umgebung anders wahr. Die Wege werden bewusster, die Entfernungen verlieren an Bedeutung und selbst kleine Straßen werden zu einer Reise.
Auf dem Rückweg führte mich die Straße noch hinauf zum Gampenpass. Dort besuchte ich den Gampen Bunker und tauchte für eine Weile in die besondere Geschichte dieses Grenzortes ein. Der Kontrast hätte kaum größer sein können: draußen die sommerliche Landschaft und die Leichtigkeit der Vespa, im Inneren die unterirdischen Gänge und die Spuren einer bewegten Vergangenheit.
Zurück im Hotel endete die kleine Zeitreise mit einem Hugo Cervo. Die Vespa kam wieder in die Garage – bereit für ihre nächste Ausfahrt durch den Nonsberg.
Erwin