Nachhaltigkeit zwischen Herkunft und Zukunft
Nicht jede Veränderung ist Fortschritt. Nicht jedes Bewahren ist nachhaltig. Entscheidend ist der bewusste Umgang mit beidem.
Der Zum Hirschen hat sich über Jahrhunderte immer wieder verändert: vom mittelalterlichen Hospiz zum Leutehaus, vom Dorfgasthaus bis zum heutigen Bergrefugium. Seine Geschichte zeigt uns, dass Tradition nichts Starres ist. Was lebendig bleiben soll, muss sich weiterentwickeln – nicht beliebig, sondern mit Respekt vor Herkunft, Ort und Funktion.
Für uns hat Nachhaltigkeit deshalb auch einen kulturellen Wert. Ein historisches Haus besteht nicht nur aus Mauern. In ihm steckt Wissen über Materialien und Bauweisen, über Landschaft, Gastlichkeit und den Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Dieses Wissen möchten wir nicht konservieren, sondern verstehen und in die Gegenwart übersetzen.
Das prägt Entscheidungen in Architektur, Küche, Einkauf und täglichem Betrieb. Nicht jede technisch mögliche Maßnahme ist automatisch die richtige. Entscheidend ist, welche Lösung langfristig zum Haus passt, Ressourcen berücksichtigt und seine Identität weiterträgt.
2025 haben wir Level 2 des Nachhaltigkeitslabels Südtirol erreicht. Das Label basiert auf Kriterien des Global Sustainable Tourism Council und betrachtet ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte. Es hilft uns, unser Handeln systematisch zu überprüfen und Entwicklungen messbar zu machen.
So sank laut EarthCheck-Leistungsbericht 2024 unser Trinkwasserverbrauch pro Übernachtung gegenüber dem Vorjahr um 12,1 %, der Deponieabfall um 12,6 %. Gleichzeitig stieg der Energieverbrauch pro Übernachtung leicht – auch das gehört für uns zu einer transparenten Betrachtung.
Nachhaltigkeit ist für uns deshalb kein Versprechen, irgendwann „fertig“ zu sein. Sie bedeutet, Entscheidungen immer wieder neu zu hinterfragen und Veränderung bewusst zu gestalten.
Damit nicht nur ein historisches Haus erhalten bleibt, sondern auch das Wissen, die Werte und die Haltung, die es über Jahrhunderte lebendig gehalten haben.